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In Finnmark gibt es mehrere Anlagen mit verschlungenen
Pfaden, auf Kjeøya etwa, einer Insel im Kjøfjord,
auf Holmengrå im Jarfjord, an der Mündung des Tanaflusses
und am Magerøysund. Ihr Alter ist unsicher. Man nimmt an,
dass sie in der Zeit zwischen 1000 und 1600 n. Chr. angelegt wurden.
Die Labyrinthe sind aus Steinen gebildet, die so zusammen gelegt
sind, dass man durch eine äußere Öffnung auf einem
verschlungene Pfad zur Mitte des Labyrinths gelangt. Bei allen Labyrinthen
ist der Eingang dem Meer zugewandt, und alle sind an Stellen angelegt,
die guten Fischfang versprechen.
Bjørnar Olsen stellt in seinem Buch «Fremskritt
for fortiden i Nord» die Hypothese auf, dass die Labyrinthe
mit Bestattungsritualen zusammen hingen, da in ihrer Nähe Spuren
von Gräbern gefunden wurden. Er denkt sich, dass der Noaide
bei Bestattungen rituelle Handlungen im Labyrinth ausführte
und dass der Ort der Zeremonie ein Sinnbild der Übergangsphase
zwischen Leben und Tod war. Wenn man dazu in Betracht zieht, dass
die Samen in dieser Epoche durch den Bau norwegischer Fischersiedlungen
an der Küste und die Errichtung russischer Klosterkolonien
mit der europäischen frühkapitalistischen Wirtschaft in
Berührung kamen, kann man sich vorstellen, dass die Symbolfunktion
der Labyrinthe unter diesen Umständen besonders wichtig wurde
und in einer Zeit, als der äußere Druck auf die samische
Gesellschaft zunahm, Ausdruck ihres inneren Zusammenhalts war.
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