Diese Einführung in Kultur und Geschichte der Samen beruht auf den schriftlichen Arbeiten Odd Mathis Hættas zur älteren und neueren samischen Kultur.

 

 

Traditionelle Siedlungsgebiete und Kultur der Samen

Thema...
Die erste Besiedlung
Die Felszeichnungen
Besiedlung und Ressourcen
Die alte Gesellschaftsstruktur

Die vorchristliche Religion
Die Schamanentrommel
Sagen und Erzählungen
Der Joik

Duodji
Samische Sprache
Politik der Assimilierung

Organisierung
Die Samen und die internatio-
  nale Zusammenarbeit der
  Urvölker

Der Konflikt um den Staudamm
  im Alta-Kautokeino-Fluss

ILO-Übereinkommen

Das Sameting

Zahlenmäßig war das samische Volk nie groß. Heute rechnet man mit knapp 50 000 Samen in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland, die sich nach mehreren Kriterien definieren, unter anderem Sprache (Personen, die selber samisch sprechen oder einen Elternteil haben, der samisch spricht), ethnische und kulturelle Zugehörigkeit oder Tätigkeit in traditionellen samischen Berufen. Ungefähr die Hälfte aller Samen wohnt in Norwegen.

Geschichtlich gehört die Sápmi-Kultur zu den zirkumpolaren Kulturen. Davon tragen traditionelle Jagd- und Fangtechniken, Wohnformen, Beförderungsmittel, Sprache und Religion ihr Gepräge. Neben unverkennbaren Ähnlichkeiten mit anderen Völkern der Polargebiete gibt es auch auffallende Kulturunterschiede zwischen den indogenen Völkern in Grönland, im nördlichen Sibirien und in Nordamerika.

 


Die erste Besiedlung

foto: Felszeichnungen in Alta
(Alta Museum)

Die Besiedlung der Nordspitze Europas begann mit dem Rückzug des Eises vor mehr als 10 000 Jahren. Nach den neuesten archäologischen Funden und Untersuchungen lagen die ältesten Wohnplätze Finnmarks in Slettnes auf der Insel Sørøya und Sarnes auf der Insel Magerøya. Das lässt vermuten, dass das Eis auf den Inseln und an den Küstenstrichen am Nordrand Skandinaviens zuerst abtaute und dass Menschen von Osten her in die eisfreien Gegenden vorstießen. Funde deuten auf eine recht labile Sesshaftigkeit hin. Jede Gruppe hatte mehrere Wohnplätze, die je nach Jahreszeit und Zugang an Nahrungsmitteln aufgesucht bzw. verlassen wurden.

Die erste schriftliche Erwähnung von Samen findet sich in einem Bericht des Stammeshäuptlings Ottar an König Alfred von England 890 n. Chr. Ottar gab an, dass kein Norweger weiter nördlich als er lebte. Er beschrieb genau seinen Wohlstand. Einen Teil seines Reichtums verdankte er den Samen, von denen er auch Abgaben erhob, weshalb er mit Fellen und Häuten, Daunen und Federn und Seilen aus Wal- und Robbenhäuten Handel treiben konnte. Ottars Wohnplatz lag vermutlich in Südtroms. Neuere archäologische Ausgrabungen in Slettnes belegen, dass traditionelle samische Rundhütten zu Beginn unserer Zeitrechnung in Gebrauch kamen und dass dieses Bauverfahren in Finnmark in der ganzen Eisenzeit üblich war. Die nächste Einwanderungswelle kam im 15. und 16. Jahrhundert. Die fischreiche Küste und die guten Preise, die in Europa für Dörrfisch gezahlt wurden, lockten Siedler nach Norden. Allerdings gerieten die vom Fischfang abhängigen Küstensamen dadurch unter zunehmenden wirtschaftlichen, religiösen und politischen Druck. Sie waren nicht nur einem Verdrängungswettbewerb auf den Fischgründen ausgesetzt, sondern mussten auch die Veränderungen bewältigen, die ihnen vom Staat aus politischen Gründen aufgezwungen wurden. Zur gleichen Zeit brach der Wildrenbestand zusammen. Damit fiel die Jagd als eine Grundlage des Unterhaltes weg. Die Küstensamen gaben ihre halbnomadische Lebensweise auf und versuchten sich neben dem Fischfang in Ackerbau und Viehhaltung. Die Bergsamen dagegen bauten große Herden halbzahmer Tiere auf, um eine stabile Existenzgrundlage zu sichern, und entwickelten eine vollnomadische Kultur, in der die Herde das gemeinsame Eigentum der Familiengruppe, der Siida, war. Die Bergsamen hatten dadurch wohl bessere Möglichkeiten, ihre Religion, Kultur und Wirtschaftsform weiterzuführen, teils weil sie Nomaden waren, teils weil die Gesellschaftsform der Siida ihnen keine fremde Lebensweise aufzwang.

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Die Felszeichnungen

foto: Felszeichnungen in Alta
(Alta Museum)

Die Felszeichnungen am Ende des Altafjordes sind auf Steinplatten eingeritzt, die heute 8 bis 26 Meter über der Strandlinie liegen. Die höchstgelegenen Bilder sind am ältesten, wahrscheinlich von 4 200 v. Chr., während die unteren um 500 v. Chr. entstanden. Außer den Felsbildern von Alta, dem größten Fund dieser Art in Finnmark, wurden steinzeitliche Gravierungen auch in Slettnes auf Sørøya entdeckt, die sogar 8 000 Jahre alt sind.

Die auf Stein- und Felsplatten angebrachten Darstellungen lassen sich verschiedenen Epochen zuordnen. Abgebildet sind Strichmännchen beiderlei Geschlechts bei der Jagd, beim Fischfang und beim Tanz. Tiergestalten sind als Rentiere, Elche, Bären, Hunde, Hasen, Wale und Robben erkennbar. Auch Heilbutt und Lachs sind unterscheidbar. An Vogelarten gibt es Gänse und Enten, Möwen und Kormorane. Rentiere treten manchmal einzeln auf, manchmal in kleinen Herden, manche eingezäunt, während der Brunst oder beim Durchschwimmen eines Fjordes.

Der Elch kommt in Szenen vor, die eine Treibjagd mit Hunden zeigen; Elchkühe, die trächtig sind oder ein Kalb haben, sind ebenfalls ein beliebtes Motiv. Bei aller Vielfalt der Abbildungen ragt der Bär immer wieder als etwas Besonderes heraus. Die Bilder zeigen ihn im Winterschlaf, von jagenden Menschen verfolgt, beim Verlassen des Winterlagers mit Jungen und beim Wandern, wobei ein Jäger ihm mit Pfeil und Bogen auflauert. Nur selten werden andere Tiere im Rahmen solcher dramatischer Jagdszenen gestaltet. In der Regel sind sie stilisiert wiedergegeben. Die Annahme liegt nahe, dass der Bär eine besondere kulturelle und religiöse Bedeutung hatte.

Die Menschen sind beim Fangen von Tieren, bei Prozessionen und in anderen Situationen rituellen Charakters festgehalten. Auch kopulierende und tanzende Paare sind wiedergegeben.

Die Felszeichnungen am Altafjord sind das einzige Kulturdenkmal des samischen Siedlungsgebiets, das in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.

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Besiedlung und Ressourcen

Jede Gruppe hatte innerhalb ihres Territoriums drei bis vier jahreszeitabhängige Wohnplätze. Manche Gruppen überwinterten an der Küste. Hier fingen sie je nach Witterung und Jahreszeit Kabeljau, Köhler, Hering, Schellfisch, Leng, Heilbutt und andere Fischarten. Auch Kleinwal- und Robbenfang waren üblich.

Sie machten auf Vögel und Marder, Eichhörnchen, Fuchs und andere kleine Pelztiere Jagd. Bei entsprechender Planung und Arbeitsteilung ließen sich sogar Biber und Bär überlisten. Im Sommer wohnten sie an fischreichen Flüssen und Seen. Im Herbst wurden Beeren gesammelt, Kleinwild wurde bejagt und Wildrentiere und Elche wurden in Fallgruben getrieben.

Halbnomadische Jäger und Sammler haben im Gegensatz zu Ackerbauern und Viehzüchtern kein Bedürfnis nach privatem Besitz von Land und Wasser. Das Territorium und seine Ressourcen waren Gemeineigentum der Gruppe. Die Naturreichtümer waren aber weder zeitlich noch geographisch gleichmäßig über das Land verteilt. Lebenstüchtig und erfolgreich war also derjenige, der sich auf dem Gebiet der Gruppe gut auskannte und wusste, wann wo was am besten gesammelt, gepflückt, gefangen oder gejagt werden konnte. Ein Stück Land zu besitzen war weniger erstrebenswert. Erbrechte waren folglich auch nicht an den Boden als Grundlage einer Ressource gebunden, sondern an Tiere und an das überlieferte Wissen, das zur optimalen Nutzung der Naturschätze notwendig war. So wurde mit der eigenen Existenzgrundlage zugleich die des Clans gesichert. Ein Leben in dem rauhen Klima und der kargen Landschaft der Arktis wäre ohne die Erfahrungen vieler Generationen und den Respekt vor den Launen der Natur nicht möglich gewesen.

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Die alte Gesellschaftsstruktur

Die arktischen Völker waren nie zahlreich. Sie lebten in kleinen Gruppen von 20 bis 30 und in fruchtbaren Gegenden vielleicht 120 bis 150 Menschen. Es gab noch keine sozialen Klassen. Herrschaft wurde in direkter Demokratie ausgeübt, wobei jede Gruppe ihr Oberhaupt hatte, den Siida-isit. Er war Primus inter Pares, der die Versammlungen leitete, der Verteilung der Jagdbeute vorstand, die Interessen seiner Gruppe den anderen Gruppen gegenüber verteidigte, bei internen Streitigkeiten vermittelte und die Siida nach außen vertrat. Obwohl es sicher auch schwer lösbare Konflikte gab, wurden nie Kriege geführt.

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Die vorchristliche Religion

Das Fundament der vorchristlichen Religion war eine animistische Weltanschauung gepaart mit Schamanismus, wobei Runentrommel und Joik, der eigenartige samische Gesang, eine zentrale Rolle spielten. Die Natur war beseelt; Felsen, Steinblöcke, Seen konnten durch Anbetung und Opfer bewegt werden, den Menschen zu helfen.

Naturerscheinungen wurden als Götter verehrt. Die Sonne war das kosmische Urwesen, das seine Strahlen auf die Welt schickte und auf diesen Strahlen Wesen trug, die im Grenzland zwischen Menschen und höheren Mächten angesiedelt waren. Dierpmis, der Donnergott, wurde häufig angerufen. Bieggolmmái, der Windgott, Mánnu, der Mondgott und Áhcolmmái, der Wassergott waren wichtige Gottheiten, weil sie Einfluss auf die Lebensumstände der Menschen hatten. Leaibolmmái, der Erlen- oder Blutgott und Herrscher über das Wild, genoss ein besonders hohes Ansehen: aus der Rinde der Erle wurde die feuerrote Farbe gewonnen, mit der die Schamanentrommel dekoriert wurde.

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Die Schamanentrommel

foto: Runentrommel, Samische Sammlungen Karasjok
(Michal Aase)

Bei der Schamanen- oder Runentrommel ist das Trommelfell aus Rentierhaut über ein kräftiges Oval oder eine ovale Holzschale mit zwei oder mehr länglichen Löchern, die als Handgriffe dienten, gespannt. Oft ist in der Mitte des Trommelfells eine rautenförmige Sonne mit vier Strahlen aufgezeichnet. Im oberen Teil sind die herrschenden Götter abgebildet, im unteren Menschen und ihre Behausungen, Rentiere, Vögel und Wild. Oben links ist der Ahnenberg Sáivu zu sehen, in dem die Verstorbenen ein angenehmes Dasein verbringen. Den Symbolen der Trommel nach zu urteilen lebten Götter, Menschen und die Verstorbenen zeitgleich auf verschiedenen Ebenen. Mit Hilfe der Trommel konnte sich der Schamane in Trance versetzen und in diesem Zustand die Wirklichkeiten der anderen Ebenen aufsuchen. Wenn wichtige Beschlüsse anstanden oder Kranke die Seelsorge ihrer Vorfahren brauchten, mussten Auskünfte und Anleitungen in anderen Daseinsformen eingeholt werden. Der Schamane, auf Samisch Noaide, unternahm diese Reise als Vertreter der Gruppe, nicht um selber klüger zu werden, sondern als Bote zwischen den Welten. Wenn er sein Ohr an die Trommel legte oder den Bewegungen des Hämmerchens folgte, mit dem er das Instrument bearbeitete, konnte er die Zukunft voraussagen. Als Hämmerchen, Árpa, diente ein Lot aus Messing oder ein Stück Horn aus dem Augspross des Geweihs eines brünstigen Renochsen. Das Trommeln diente auch praktischen Kommunikationszwecken bei der Jagd, beim Tierfang, beim Hüten oder zur Orientierung beim Zug der Herde. Den Göttern wurden an Felsvorsprüngen oder an Findlingsblöcken, die sich von der Landschaft abhoben, Opfer gebracht. Solche Stellen hießen Sieidi. Es gibt sie in ganz Finnmark. Geopfert wurde auch in Grotten und Berghöhlen, auf Felsvorsprüngen, unterhalb von Berggipfeln und an Seen. Die Gaben für die Sonne bestanden aus Knochen und Geweihen weißer Rentiere. Manchmal wurden auch Tiere geschlachtet. Um den Donnergott geneigt zu stimmen, musste in schwierigen Fällen ein ganzer Renochse gespendet werden, der so tief in die Erde vergraben wurde, dass nur noch die prächtige Geweihkrone heraus ragte. Die anderen Naturgötter erhielten Knochen und Geweihe, oder die Sieidi wurden mit Fischfett eingeschmiert oder mit Blut besprengt. Es war wichtig, sich die Gunst der Götter zu erwirken. Viele Vorkehrungen waren notwendig, um Schutz für sich und die Familie und Glück und Erfolg im Leben zu erhalten.

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Sagen und Erzählungen

foto: Steinblock mit magischen Kräften
(Britt Kramvig)

Zwei böse Gestalten tauchen in vielen Erzählungen auf: Stállo und Tschude. Der Stállo erscheint in verschiedenen Varianten. Manchmal erinnert er an die Steuereintreiber der altnordischen Sagen, manchmal an einen hinterhältigen Riesen, der einen Samen zum Ringkampf herausfordert. Der Stállo kann sich auch in Knecht Ruprecht verwandeln, der am Heiligen Abend mit einem Renochsen und einem Gefolge von Mäusen und Lemmingen herumzieht. Tschuden sind Räuber, die die Samen überfallen. Viele Märchen der Finnmark handeln davon, wie Tschuden auf einem Raubzug überlistet und in den Tod gelockt werden. Stállo und die Tschude waren "Fremde", Umhertreibende in Lappland, und die Erzählungen waren vielleicht der Versuch, die Erfahrungen weiterzugeben, die die Samen mit Eindringlingen hatten. In anderen Erzählungen machen wir die Bekanntschaft übernatürlicher Wesen: die Seelen verlassener Kinder, Riesen, Elfen, Kobolde, Geister, Ungeheuer. Zauberpfeile und Glücksfedern helfen dem Helden, wenn er nur zu beobachten und zu lauschen weiß.

Alle diese Erscheinungen entstammen dem Grenzbereich zwischen Natur und Kultur, Mensch und Tier. Sie sind der Kern einer lebenden Erzähltradition, die seit Generationen die Kinder mit wonnevollen Schauern erfüllt.

 

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Der Joik — die Volksmusik der Samen

 FLASH joik:

 

Der Joik hatte früher eine Doppelfunktion. Zum einen war und ist er die oral tradierte Musikfolklore der Samen. Besungen werden Menschen, Tiere und Landschaften. Dabei steht der melodisch-rhythmische Vortrag im Vordergrund; der Text ist wortarm und von untergeordneter Bedeutung. Wichtig ist die Stimmung, die durch Melodie und Takt erzeugt wird und ein Bild der Person, des Tieres oder des Ortes, die Gegenstand des Joiks sind, hervorruft. Zum andern war der Joik in der vorchristlichen Religion ein wesentlicher Bestandteil der zeremoniellen Kulthandlungen. Dabei wurde die orale Vorführung durch rhythmische Begleitung auf der Schamanentrommel ergänzt. Wegen dieser Doppelfunktion wird der Joik in samisch-pietistischen Kreisen noch heute als sündig und unvereinbar mit dem christlichen Glauben aufgefasst.

Als im 17. Jahrhundert Missionare nach Lappland kamen, wurde das Joiken als Symbol vorchristlicher Religionsausübung verboten. Gesetzesbrechern drohten strenge Strafen. So verlor der Joik schließlich seine Funktion als Kommunikationsfaktor gruppengebundenen Lebens (Brauchtum, Feste usw.). Wo die Musikform im privaten Bereich überlebte, waren die Ausübenden vorsichtig, um die weltliche und geistliche Obrigkeit nicht zu provozieren. Obwohl die samische Volksmusik eine Renaissance erlebt hat und gute Joiker heute ein hohes Ansehen genießen, ist der Abstand zu Verurteilung und Unterdrückung der Vergangenheit noch nicht groß.

Die Melodie eines Joiks ist einfach mit Quart- und Quintsprüngen auf einer fünfstufigen Tonleiter. Die vielen Gleittöne sind meistens fallend. Wo der Anfangston wiederholt wird, folgen gern doppelte Gleittöne zur Subdominante, wonach der Ausgangston des Auftaktes aufgegriffen wird. Auch Oktavsprünge kommen vor. Es gibt Beispiele, wo die fallenden Gleittöne mit Zwischentönen kombiniert werden und diese zu Melodietönen machen mit dem Ergebnis, dass die Melodie mehr als fünf Tonstufen hat und damit eher unserem Harmoniegefühl entspricht. Der Rhythmus ist immer wichtig. Er erhält seine Spannung entweder durch die unterschiedliche Länge der festen Ruhetöne, was einen Wechsel von 5/8 und 7/8 Takten ergibt, oder durch das Zusammenziehen von 2/4- zu 2/8-Takten, wodurch das Tempo beschleunigt wird.

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Duodji und anderes Kunsthandwerk

foto: "Skaller" aus Rentierfell für den Winter
(Michal Aase)

Mit Duodji bezeichnen die Samen ihr Kunsthandwerk. Aus lokalen Naturmaterialien werden Kleidungsstücke, Küchengeräte, Werkzeuge, Beförderungsmittel und Gegenstände mit rein ästhetischen Funktionen hergestellt. So widerspiegelt der Begriff Duodji naturgeografische, ökologische und wirtschaftliche Verhältnisse Lapplands. Typische Werkstoffe sind Holz, besonders Birke, bei der auch Rinde und Wurzeln verwendet werden, Horn, Knochen und Häute, besonders vom Rentier, aber auch vom Elch, Fell und Wolle vom Schaf, Häute von Rind und Meeressäugern. Außerdem sind Glasperlen, Textilien aus Naturstoffen und heute auch Kunststoffe in die Duodji-Erzeugung integriert.

Einer der bedeutendsten Vertreter samischer bildender Kunst und Bildhauerei ist Iver Jåks (*1932 in Karasjok). Der hervorragende Grafiker hat auch eine Reihe von Büchern illustriert. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er in Oslo und Kopenhagen, und zweimal erhielt er das dreijährige Arbeitsstipendium, das der Staat an begabte Künstler vergibt. Er hatte schon eine Vielzahl von Ausstellungen in bekannten Galerien Skandinaviens und Europas. Er ist mit Werken in der Nationalgalerie und in der Reichsgalerie vertreten. Arbeiten von ihm sind auch in Karasjok und in Tromsø zu sehen.

Nils Aslak Valkeapää (*1943 in Karesuando) ist nicht nur der Nestor des traditionellen Joiks, sondern auch ein Wegbereiter neuer Entwicklungsrichtungen dieser alten Musikform. Der vielseitige Künstler hat mehrere Gedichtsammlungen herausgegeben. 1990 wurde sein Epos "Die Sonne, mein Vater" mit dem Literaturpreis des Nordischen Rats geehrt.

Die Volksmusiksängerin Mari Boine (*1960 in Karasjok) beschäftigt sich wie Valkeapää mit der Integration neuer musikalischer Ausdrucksformen in das samische Tonbild. Boine holt sich Anregungen u.a. in den Instrumenten und Liedern anderer Urvölker der Welt. Sie hat eine ganze Reihe Platten herausgegeben.

Das samische Theater Beaivvá_ hat seine feste Bühne in Kautokeino. Nach mehreren Jahren versuchsweisen Betriebs wird das Theater seit 1990 wie die regionalen Theater öffentlich gefördert. Im März 1993 beschloss das Storting, das Beaivvás in den Stand einer nationalen Kultureinrichtung zu erheben und den drei großen Schauspielhäusern Norwegens, Nationalteatret und Norske Teater in Oslo und Nasjonale Scene in Bergen, gleichzustellen.

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Samische Sprache

 

Samisch gehört zur finnisch-ugrischen Sprachgruppe wie u.a. Ungarisch, Finnisch, Mordwinisch, Syrjenisch und Estnisch. Man unterscheidet drei Hauptdialekte, Süd-, Nord- und Ostsamisch.

Das Samische kennt je nach Dialekt sechs bis neun Kasus. Das Samische hat viele Wortbildungsendungen, so dass aus ein und demselben Wortstamm neue Wörter in großer Zahl gebildet werden können. Aus Verben können neue Verben, Substantive und Adjektive abgeleitet werden. Samisch ist eine typisch agglutinierende Sprache, bei der man Affixe an den Wortstamm anfügen kann. Im Gegensatz zu den skandinavischen Sprachen spielen die morphologischen Ausdrucksmittel (in erster Linie die Kasus) eine viel größere Rolle als die syntaktischen (Reihenfolge der Wörter und Stellung der Satzglieder) des Schwedischen und Norwegischen. Das samische Sprachgebiet ist insofern einheitlich, als der Dialekt der Nachbargruppe verständlich ist.

Nachdem staatlicherseits die rücksichtslose Assimilierungspolitik der Nachkriegszeit aufgegeben wurde, hat das Samische in den vergangenen 10 bis 20 Jahren eine neue Blüte erlebt. Seit 1967 werden Schulanfänger in samischen Gemeinden auf Samisch unterrichtet. Seit Anfang der Siebziger gibt es an den norwegischen weiterführenden Schulen in Karasjok und Kautokeino Klassen, die ihren Unterricht auf Samisch erhalten. Norwegen und Finnland schufen 1990 die gesetzliche Grundlage für die Gleichstellung des Samischen mit der jeweiligen offiziellen Landessprache und das Recht aller Bürger auf Samisch als Unterrichtssprache. Trotzdem wird noch viel Zeit vergehen, bis die Rechte auch Realität sind.

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Politik der Assimilierung

Im 16. Jahrhundert geriet die Nordkalotte ins Blickfeld der rivalisierenden Großmächte Nordeuropas. Dänemark-Norwegen hatte die Herrschaft über die Küste und wollte sich die Einnahmen aus der Besteuerung der internationalen Seefahrt nach Russland sichern. Schweden-Finnland und Russland dehnten ihre Tätigkeiten auf der Nordkalotte nach Norden und Westen aus. Um sich für die Verhandlungen über den Grenzverlauf zwischen Norwegen, Finnland und Russland in Stellung zu bringen und Ansprüche zu untermauern, wurden von allen drei Seiten Kirchen und Missionsstationen gebaut und Steuern erhoben. Das hatte für die Samen die Folge, dass sie zeitweise an alle drei Staaten gleichzeitig Steuern abführen mussten.

1848 hielt das Storting die Zeit für einen Vorstoß zur Norwegisierung insbesondere der Lappensiedlungen an der Küste für gekommen. Die Volksvertreter forderten die Regierung auf zu untersuchen, inwiefern es Möglichkeiten gebe, den Eingeborenen Bildung in Form von Unterweisung im Norwegischen zuteil werden zu lassen. Eine Zeitung sah darin den "Anfang eines neuen Systems", den ersten Schritt zur Integration der Samen in nationalstaatliche Ziele. Die damit verbundenen Übergriffe gegen die Ureinwohner wurden mit darwinistisch beeinflussten Vorstellungen von einer Rangordnung der verschiedenen Volksgruppen legitimiert.

Die Norwegisierungsbemühungen der 1860er und 70er Jahre hatten nicht den erwarteten Erfolg. "Mit der jetzigen Ordnung ist es der Volksschule unter den gegebenen Umständen nicht möglich, zur Norwegisierung der fremden Volksgruppen einen wesentlichen Beitrag zu leisten, wie es ihre Aufgabe ist." So lautete die Einschätzung eines hohen Beamten nach einer Visitationsreise in Finnmark und Troms im Jahre 1877. Die hier wiedergegebene Weisung an die Schulen war fast hundert Jahre lang bis in die sechziger Jahre gültige, auf Assimilierung abzielende Politik, und die Schule war ihr Angelpunkt.

Weil die Samen weit verstreut lebten und ihre Kinder unregelmäßig zum Unterricht schickten, wurden Internate gebaut. In der Internatsschule gab es nur noch krankheitsbedingte Abwesenheit. Altershomogene Klassen wurden gebildet, die Schüler mussten Hausaufgaben machen, im Unterricht konnte mehr verlangt und mehr geleistet werden. Das Personal hatte die Kinder Tag und Nacht unter Aufsicht und passte auf, dass sie auch in der Freizeit ausschließlich norwegisch sprachen. Endlich gelang "schon im Kindesalter die innige Annäherung und kulturelle Vereinigung", wie es hieß.

Die Herausbildung eines "Geisteslebens" auf der Grundlage samischer Kultur und Sprache galt als aussichtslos, da "die ganze Eigenart und Begabung dieses Volks nicht in diese Richtung weisen."

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Organisierung

1947 fand ein Samentag in Trondheim statt und ein Jahr später in Tromsø. Dann war die Gründung des Landesverbands norwegischer Rentiersamen beschlossene Sache.

Viele Samen leben von der Rentierzucht. Nicht nur die Rahmenbedingungen dieser Lebensgrundlage haben sich in der Zeit nach dem letzten Weltkrieg vollständig geändert, sondern im Zuge der zunehmenden Mechanisierung auch die Wirtschaftsform. Seit 20 bis 30 Jahren bemühen sich staatliche und samische Organe um die Entwicklung einer modernen, nachhaltigen Rentierwirtschaft. Dabei hat der Bau von Schlachthöfen zu einem geregelten Handel und zur Schaffung eines Marktes für rentierwirtschaftliche Produkte beigetragen. Der Fleischpreis wurde stabiler und die Nachfrage berechenbarer. Der Tauschhandel verlor seine Bedeutung. Stattdessen wurde Geld das bei Geschäften mit der Umwelt praktische Äquivalent. Die bis zum Zweiten Weltkrieg noch übliche Naturalwirtschaft fundierte auf den persönlichen Beziehungen, die jeder Rentierhalter zu sesshaften Samen unterhielt. Das war für beide Seiten von Vorteil. Der Rentierbesitzer konnte bei seinem Bekannten oder Verwandten über kürzere oder längere Zeit wohnen und Fleisch gegen Fisch oder andere Naturalien tauschen. Die sesshaften Samen zähmten Rentiere, um sich ihre Arbeitskraft nutzbar zu machen, besorgten Holz, vermittelten Schlitten-, Saumzeug- und Gerätewünsche. Durch den Verkauf von Fleisch oder lebenden Tieren beschafften sich die Rentierhalter das u.a. für die Steuerzahlungen notwendige Bargeld.

Dabei war die alte extensive Wirtschaftsform auf die Produktion für den Eigenbedarf ausgerichtet. Die Herde jeder Familie war in der Regel nicht größer, als zur Deckung der Bedürfnisse ihrer Besitzer notwendig war. Diese Lebensweise kostete sehr viel Arbeit und erforderte den Einsatz jedes Familienmitglieds. Erst im Gefolge der Geldwirtschaft machten größere Viehherden einen Sinn.

In der modernen Verbrauchergesellschaft ist die Rentierhaltung ohne technische Hilfsmittel oder ein Leben ohne übliche Verbrauchsartikel nicht mehr denkbar. Das heißt umgekehrt, dass die Rentierzucht wie alle andere Warenproduktion zum Zweck des Verkaufs betrieben wird. Um ein einigermaßen stabiles Einkommen sicherzustellen, wird daneben oft eine kleine Landwirtschaft unterhalten, die mit alten Formen der Jagd- und Fangwirtschaft ergänzt wird: im Winter Fang von Schneehühnern, im Frühling Jagd auf Enten, im Sommer und Herbst Ernte von Beeren und Flechten und Fischfang in den Flüssen und Seen. In vielen Fällen ist noch eine zusätzliche Lohnarbeit notwendig.

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Die Samen und die internationale Zusammenarbeit der Urvölker

Der Weltrat der Urvölker, World Council of Indigenous Peoples (WCIP), wurde im Oktober l975 in Port Alberni in Kanada mit dem Ziel gegründet, ethnische Minderheiten zu einer weltumspannenden Bewegung für die Rechte der Ureinwohner zusammenzuschließen. Der Gründung war 1973 ein Kongress in Kopenhagen vorausgegangen, der Vertreter der Urvölker Nordeuropas (Arctic Peoples Conferance), Kanadas und Grönlands sammelte. Samen nahmen als Abgesandte des Nordischen Rates teil. Eine Resolution wurde verabschiedet, in der alle betroffenen Staaten aufgefordert wurden, das gemeinschaftliche Eigentumsrecht der Ureinwohner an Land und Gewässer in den Gebieten, die seit undenkbaren Zeiten von ihnen allein bewohnt und genutzt worden sind, und ihr Recht, in eigenen Angelegenheiten selber zu bestimmen und eigene Möglichkeiten zu realisieren, anzuerkennen.

Der Initiator des WCIP war der kanadischen Indianerverband National Indian Brotherhood of Canada (NIB) unter der Führung von George Manuel, Häuptling der Shuswap aus Britisch-Kolumbien. An der Gründungsveranstaltung im Oktober 1975 nahmen mehrere der großen Indianerverbände Amerikas teil: National Congress of American Indians (USA), Centro Indigena (Guatemala), Minkà (Bolivien), Unidad Indigena (Kolumbien), Asociacion Indigena (Argentinien), Ecuatorina de Indios (Ecuador) und Confederacion Nacional Agraria (Peru). Aus Neuseeland kamen Vertreter des Maori Council, aus Grönland der Greenlanders Association und aus den fennoskandischen Ländern des Nordischen Samenrats.

Vertreten waren auch die Ureinwohner Australiens, Hawaiis, Paraguays, Venezuelas, Mexikos, Panamas und Nicaraguas, insgesamt 19 Länder. Brasilien und Chile fehlten. Ihre Abgesandten hatten keine Ausreiseerlaubnis erhalten.

Zu den Aufgaben des Weltrats gehören die Erfassung und Veröffentlichung von Material zur die Diskriminierung und Unterdrückung indogener Völker. Er versteht sich als Sprachrohr der eingeborenen und in Stämmen lebenden Völker, die in ihren Staaten eine ethnische Minderheit ohne politische Macht und ohne Selbstbestimmungsrecht bilden und deren Lebensgrundlage und Kultur wegen der politischen und wirtschaftlichen Expansion der Gesellschaft, in der sie leben, gefährdet sind. Die internationale Organisation will eine weltweite Bewegung zum Schutz der Ureinwohner schaffen. Als eines der wichtigsten Instrumente sieht hier der Rat das Verfügungsrecht im altangestammten Lebensraum, da die Ureinwohner ihre Lebensgrundlage und ihre ethnische Identität verlieren, wenn ihre Gebiete für Erdölbohrungen, Bergwerke und Stromerzeugung erschlossen werden. Die nationalen Behörden stellen diese Eingriffe stets als innenpolitische Angelegenheiten dar.

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Der Konflikt um den Staudamm im Alta-Kautokeino-Fluss

Die Einrichtung des Sametings in Norwegen 1989 war das Ergebnis des langen und zähen Widerstandes gegen den Staudammbau im Alta-Kautokeino-Fluss. Die Auseinandersetzungen begannen Ende der 70er Jahre und kulminierten Anfang der 80er Jahre. Die Alta-Aktion vereinte zwei Strömungen internationalen Charakters, was der Initiative eine ungewöhnliche Stärke verlieh: Natur- und Umweltschutzinteressen, die gegen eine verschwenderische Energiepolitik gerichtet waren, im Bund mit dem weltweit erwachenden Selbstbewusstsein indogener Völker und ethnischer Minderheiten.

In den marginalen arktischen Gebieten können selbst geringfügige Eingriffe in Wasserlaufsysteme nicht wieder gut zu machende Schäden, Klimaänderungen und Beeinträchtigungen der Tier- und Pflanzenwelt verursachen und dadurch negative Folgen für die Landwirtschaft und Rentierzucht, den Lachsbestand und den Fischfang im Fjord herbeiführen.

Von samischer Seite wurde gegen die scheibchenweisen Eingriffe in Natur und Landschaft ihres Lebensraums und wegen der Auswirkungen auf die Rentierhaltung protestiert. 1980 war von den 2800 Einwohnern Kautokeinos ein Drittel in der Rentierwirtschaft tätig. Die von dem Staudammprojekt berührten fünf Weidebezirke und 300 Menschen forderten vergebens Schadensersatz. Den schutzwürdigen Objekten der Kultur und Botanik im Einzugsgebiet des Stausees maßen die staatlichen Organe ebenfalls keine Bedeutung bei. In einer Reihe von Aktionen, darunter zwei Hungerstreiks, wurde versucht, den Fluss zu retten. Im Januar 1981 schickte die Regierung große Polizeieinheiten, um die vor den Baumaschinen sitzenden Demonstranten wegzuschaffen. Der Staudamm wurde unter Polizeischutz gebaut und das Kraftwerk im Mai 1987 in Betrieb genommen. Im Kielwasser der aufreibenden Proteste und Zusammenstöße setzte der Staat mehrere Ausschüsse ein, um die verfassungsmäßige und rechtliche Stellung der Samen festzustellen. Es ging u.a. um ihren Status als indigenes Volk Norwegens, um die Einrichtung eines Sameparlaments und um das Recht der Samen an Land und Gewässern. Im Ergebnis wurden mehrere Berichte vorgelegt, und weitere werden nachfolgen. Die Auseinandersetzungen um den Alta-Kautokeino-Fluss brachten die überfällige Revision der ILO-Konvention über indigene Völker in Gang, die dann in Genf 1989 verabschiedet wurde.

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ILO-Übereinkommen
über eingeborene und in Stämmen lebende Völker

Das Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, 1989 in Genf angenommen, definiert den Begriff "indogene Völker" folgendermaßen:

"Völker in unabhängigen Ländern, die als Eingeborene gelten, weil sie von Bevölkerungsgruppen abstammen, die in dem Land oder in einem geographischen Gebiet, zu dem das Land gehört, zur Zeit der Eroberung oder Kolonisierung oder der Festlegung der gegenwärtigen Staatsgrenzen ansässig waren und die, unbeschadet ihrer Rechtsstellung, einige oder alle ihrer traditionellen sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Einrichtungen beibehalten." Norwegen war das erste Land, das die Konvention ratifizierte. Das war im Juni 1990. Schon zwei Jahre davor hatte das Storting im April 1988 folgenden Zusatz zum Grundgesetz beschlossen:

"Es ist die Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass das samische Volk seine Sprache, seine Kultur und sein soziales Gefüge bewahren und entwickeln kann."

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Das Sameting

foto: Das Gebäude des norwegischen Sametings
(Michal Aase)

Das Sameting wurde nach Maßgabe des Gesetzes von 1987 "Über das Sameting und andere samische Rechtsverhältnisse" mit dem Auftrag gebildet, dafür zu sorgen, dass das samische Volk "seine Sprache, seine Kultur und sein soziales Gefüge bewahren und entwickeln kann." Das repräsentative Organ, landesweit von den Samen in direkter Wahl gewählt, behandelt „alle Sachen, die nach Auffassung des Tings die samische Volksgruppe besonders berühren." Die Wahlen finden zugleich mit den Stortingswahlen statt. Die Legislaturperiode fängt am 1. Oktober des Wahljahres an und dauert vier Jahre. 39 Abgeordnete werden aus den 13 Wahlkreisen entsandt.

18 Sitze sind den sechs Wahlkreisen des Fylkes Finnmark vorbehalten. 9 Sitze gehen an drei Wahlkreise in Troms, während die restlichen Sitze von den südsamischen Gebieten und den nach Südnorwegen umgezogenen Samen beansprucht werden.

Wer in die Wählerliste eingetragen werden will, muss erklären, dass er/sie sich als Same auffasst, selber Samisch spricht oder einen Eltern-, Großeltern- oder Urgroßelternteil hat, der Samisch als Muttersprache spricht.

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WEB DESIGN: Michal Aase, Davvi Girji
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